Workshop zum Thema Menschenhandel

Passend zur Elisabethwoche in Bad Ischl setzte sich die 5. HLa der Tourismusschule Bad Ischl mit einem Thema auseinander, dass Frauen und Männer gleichermaßen betrifft, aber oft im Verborgenen bleibt: Menschenhandel und Zwangsprostitution – auch mitten in Europa und in Österreich.


Zu Gast waren Schwester Maria Schlackl SDS und Pater Mag. Hans Eidenberger SM von der Initiative SLOWODI – Solidarity with Women in Distress (Solidarität mit Frauen in Not). Die Initiative engagiert sich aktiv gegen Menschenhandel, Gewalt an Frauen und sexuelle Ausbeutung und setzt sich für die Wahrung der Menschenwürde ein. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Frauen, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. 

In einem eindrucksvollen und zugleich sehr bewegenden Workshop gaben die beiden Referent:innen einen tiefen Einblick in ihre tägliche Arbeit. Sie schilderten persönliche Erfahrungen, erklärten Strukturen und Mechanismen des Menschenhandels und machten deutlich, dass dieses Verbrechen keineswegs ein fernes Problem ist – sondern auch in Österreich Realität. 

Besonders eindrücklich waren die von Schwester Maria Schlackl geschilderten zwei konkreten Fallgeschichten, die sie selbst begleitet hat. Sie zeigten auf, wie viel Mut es braucht, sich aus einem Umfeld von Gewalt, Abhängigkeit und Angst zu befreien – und wie schutzlos viele Frauen nach ihrer Flucht zunächst dastehen. Erschütternd ist vor allem, dass Betroffene auch in unserem Land häufig als rechtlos gelten, mit finanziellen Forderungen konfrontiert werden und ihnen als „illegale“ Personen sogar die Abschiebung droht. 

Die Referent:innen machten uns bewusst, wie schnell wir als Gesellschaft wegsehen, wie oft wir alltägliche Werbung oder scheinbar harmlose Hinweise übergehen, die in Wahrheit auf Zwang und Ausbeutung hindeuten. Der Workshop sensibilisierte dafür, genauer hinzusehen, aufmerksam zu sein und Verantwortung zu übernehmen. 

Ein zentraler Appell lautete: 
Hinsehen statt wegschauen. Wahrnehmen statt ignorieren. Helfen statt verurteilen. 
Zwangsprostitution passiert tagtäglich. Es braucht ein klares gesellschaftliches Bewusstsein – und eine eindeutige Haltung: „Nur Ja heißt Ja.“ Ebenso wurde betont, dass es Aufgabe der Politik ist, betroffene Frauen zu schützen, zu unterstützen und ihnen Perspektiven zu eröffnen, anstatt sie zusätzlich zu bestrafen. 

Der Workshop war für die Schüler:innen der 5. HLa eine nachhaltige und wichtige Erfahrung, die weit über den Unterricht hinauswirkt. Er hat gezeigt, wie entscheidend Aufklärung, Solidarität und Zivilcourage für eine Gesellschaft sind, die Menschenwürde ernst nimmt. 

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